Geld für den Nachwuchs anlegen

Blogon 1. September, 2019Keine Kommentare

Folgt man den Angaben des Statistischen Bundesamtes, so kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr um die 130.000 Euro. Entscheidet sich der Nachwuchs dann nach dem Schulabschluss für ein Studium, so wird es für die Eltern noch teurer. Wer seinem Kind dann noch den Führerschein zahlen will, mitunter sogar das erste Auto finanzieren möchte oder bei der Finanzierung der Wohnung behilflich sein will, der sollte so früh wie möglich Geld zur Seite legen. Doch welche Produkte sind heutzutage noch empfehlenswert?

Die Eltern sollten keine Zeit verlieren!

Wichtig ist, dass man sich erst gar keine Zeit lässt – wer nämlich erst später Geld anlegt, der verspielt einen großen Teil des sogenannten Zinseszinseffektes. Das heißt, es wird extrem schwer, wenn man bis zur Volljährigkeit einen attraktiven Betrag ansparen möchte. Werden ab dem 10. Geburtstag des Kindes 100 Euro/Monat zur Seite gelegt, sind es 12.000 Euro, wenn der Nachwuchs 20 Jahre alt ist. Bei einer 2 Prozent-Verzinsung würde die Summe auf 13.300 Euro ansteigen. Wer jedoch sofort nach der Geburt 100 Euro/Monat zur Seite legt, darf sich am Ende über 29.500 Euro – inklusive 5.500 Euro Zinsen – freuen. Bei einer 6 Prozent-Verzinsung würde am Ende eine Summe von 45.500 Euro zur Verfügung stehen.

Versicherungen sind nicht erfolgversprechend

Eine Rendite von sechs Prozent klingt einerseits verlockend, andererseits aber total unrealistisch – vor allem dann, wenn man einen Blick auf die Konditionen der Sparbücher, Tages- oder Festgeldkonten wirft. Kaum ein Anbieter gewährt einen Zinssatz von über 1,0 Prozent. Eine Rendite von sechs Prozent gibt es nur, wenn sich Eltern auf „riskante Anlagen“ konzentrieren. Das sind beispielsweise Aktien. Anbieter von diversen „Absicherungsprodukten“ raten jedoch von Investments in Aktien ab – vielmehr seien diverse Versicherungen empfehlenswert, die gegen zahlreiche Risiken absichern. So etwa gegen Krankheit und Unfall, gegen Berufs- oder auch Schulunfähigkeit. Des Weiteren sollen die Versicherungen auch Kapital für die Ausbildung lukrieren und gleichzeitig einmal als Altersvorsorge herhalten. Im Kern sind viele Versicherungen, die heutzutage für Kinder angeboten werden, klassische Rentenversicherungen.

Warnende Worte gibt es hier schon von Seiten der Verbraucherzentrale: „Von derartigen Versicherungslösungen können wir nur abraten“, so Ralf Scherfling. „Sie eignen sich keinesfalls, wenn man Kapital aufbauen will. Des Weiteren sind derartige Produkte teuer und zudem auch wenig flexibel. Wer nicht aufpasst, der schließt einen Vertrag ab, der so lange läuft, bis das Kind in Rente geht.“

Gibt es überhaupt Alternativen zum Sparbuch oder zum Festgeldkonto?

Doch welche Möglichkeiten stehen den Eltern heutzutage überhaupt zur Verfügung, wenn sie für den eigenen Nachwuchs Geld anlegen wollen? Empfehlenswert sind beispielsweise börsengehandelte Fonds – kurz: ETFs. ETFs sind einerseits kostengünstig, andererseits breit diversifiziert, transparent, flexibel und zudem auch liquide. Eine weitere Möglichkeit sind auch Fonds oder das Investment in Einzelaktien, wobei man hier vorsichtig sein sollte – wer in diverse Aktiengesellschaften investiert, der sollte auf die Diversifikation des eigenen Depots achten. Das heißt, in dem Depot sollten sich Aktien aus unterschiedlichen Branchen befinden.

Finger weg vom Sparbuch!

Wer für sein Kind finanziell vorsorgen möchte, der sollte sein Geld keinesfalls in traditionelle Anlageprodukte investieren. Sparbücher wie auch Tages- oder Festgeldkonten weisen derart schlechte Konditionen auf, sodass derartige Produkte, wenn für den Nachwuchs vorgesorgt werden soll, gar nicht mehr empfohlen werden dürften.

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